H&H #004 – KW 49/19

BNP Paribas Asset Management trennt sich von Deutschlandchef

Nach nur wenigen Monaten verlässt Ingo Ahrens seinen Posten als Länderchef Deutschland von BNP Paribas Asset Management schon wieder. Er war erst Anfang April von Robeco zur BNP Paribas gewechselt. Die Hintergründe sind nicht so richtig klar geworden. “BNP Paribas und Ingo Ahrens haben gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden”, hieß es lediglich von einem Sprecher, der ergänzte, dass man die Rolle des Asset-Management-Leiters zügig neu besetzen werde. Ahrens war als Nachfolger von Christian Petter zu dem französischen Haus gestoßen. Zuvor hatte er elf Jahre als Länderchef für das institutionelle und das Retailgeschäft bei Robeco gearbeitet. 

Robeco-Salesexperte geht zu NN Investment Partners

Seit dem 1. Dezember 2019 verstärkt Bernd Riedel das Vertriebsteam von NN Investment Partners (NN IP) in Deutschland. Gemeinsam mit Oliver Schmitz wird Riedel einer Pressemitteilung zufolge als Senior Sales Director Wholesale für die Neukundengewinnung und den Vertrieb an Asset Manager, Banken, Versicherungen und Family Offices zuständig sein. Riedel kommt vom niederländischen Asset Manager Robeco, wo er seit 2009 tätig war. Zuletzt war er dort als Executive Director Third Party Distribution Germany & Austria für die Kundengewinnung und den Vertrieb aller Strategien von Robeco und RobecoSAM an Banken, Vermögensverwalter, Family Offices und das Fondspolicen-Geschäft von Versicherern zuständig. Weitere berufliche Stationen des gelernten Bankkaufmanns waren die UBS, die Commerzbank und die Wiesbadener Volksbank.

Fidelity International mit neuem Chefanlagestrategen

Fidelity International bekommt einen neuen Chief Investment Officer (CIO). Andrew McCaffery, bisher stellvertretender CIO, übernimmt den Posten des Chefanlagestrategen Mitte Februar von seinem Noch-Chef Bart Grenier. Grenier wechselt in gleicher Funktion zur US-Schwesterfirma von Fidelity. Er folgt dort auf Steve Neff, der in den Ruhestand geht, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. McCaffery war erst im Juli zu Fidelity International gestoßen, vorher war er acht Jahre bei Aberdeen Standard Investments 

Comdirekt: Erste Onlinebank verlangt Strafzinsen

Die Comdirect hat negative Zinsen auf die Sichteinlagen von Privatkunden eingeführt, so zum Beispiel für Guthaben auf dem Girokonto.

Die Comdirect hat Strafzinsen auf die Sichteinlagen von Privatkunden eingeführt, zum Beispiel für Guthaben auf dem Girokonto. Ab dem 1. Dezember müssen Bestandskunden bereits Negativzinsen von minus 0,5 Prozent. Laut einer Sprecherin der Bank gewährt die Comdirect einen Freibetrag von 250.000 Euro und trifft außerdem auch individuelle Vereinbarungen. Hinzu kommt, dass das Angebot von Festgeld- und Laufzeitkonten vorläufig eingestellt wird. 

Währenddessen geht es weiter mit den Übernahmeplänen der Comdirect durch die Muttergesellschaft Commerzbank. Die Commerzbank plant, ihren Anteil an der Direktbank-Tochter von derzeit 82,3 Prozent auf über 90 Prozent zu erhöhen. Am 30. Oktober 2019 erhielten die Comdirect Aktionäre ein Angebot über 11,44 Euro für die Aktie. Diese Frist endete am 06. Dezember. Bei aktuellem Informationsstand erhielt die Commerzbank nur 0,26 Prozent der Anteile, weil der Großteil der Aktionäre das Angebot für zu niedrig hielt. Damit sei die Commerzbank von der 90-Prozent-Schwelle noch ein ganzes Stück entfernt. Sollte das Vorhaben der Commerzbank scheitern, plant die Bank, ihr Stimmengewicht bei der Comdirect zu nutzen, um die Verschmelzung der Institute über Hauptversammlungsbeschlüsse durchzusetzen. Dieser Plan, so heißt es, soll allerdings sehr viel komplizierter und teurer werden. 

ING bietet Zinsen von 0,001 Prozent

Beim Thema Zinsen hat die ING jetzt den Vogel abgeschossen. Die Niederländer zehnteln die Zinsen für ihr populärstes Konto („Extra-Konto“) von 0,01 auf 0,001 Prozent. Laut ING geht es dabei nicht darum, Geld zu sparen, sondern die Kunden zum Investieren zu bringen. Der Branchendienst Finanz-Szene.de weist in diesem Zusammenhang auf eine Mitteilung hin, die ING an die Kunden verschickt hat mit der Empfehlung, überschüssiges Geld an der Börse zu investieren, bspw. mit einem Sparplan beim Online-Vermögensverwalter Scalable Capital, mit dem ING in Deutschland kooperiert. Aber noch eine weitere Vermutung formuliert der Branchendienst, der vorrechnet, dass die mit der Maßnahme verbundene Zinseinsparung einen mittleren einstelligen Millionenbetrag ausmacht. Durch die Umschichtung poliere die Bank sozusagen nebenbei ihr Provisionsergebnis auf. 

Pimco-Analyse: Bei negativen Zinsen überwiegen die Nachteile gegenüber dem Nutzen

Die Allianz-Tochter hat davor gewarnt, dass den Volkswirtschaften durch Negativzinsen mehr Schaden zugefügt wird als dass sie Nutzen stiften. Nicht nur belaste ein dauerhaft unter null befindlicher Leitzins das Bankensystem, auch stelle er die Pensions- und Versicherungsbranche vor erhebliche Herausforderungen. Noch schlimmer: Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Negativzinsen die Sparquote sogar noch weiter in die Höhe treiben. Die Pimco-Spezialisten haben die Auswirkungen negativer Zinsen auf Finanzmärkte, Bankeinlagen und Kreditmärkte in fünf verschiedenen Ländern untersucht. Ergebnis: Vor allem in Schweden und Dänemark ist die Sparquote der Haushalte nach der Einführung von Minuszinsen sogar noch gestiegen.

Flossbach-Erhebung: Fehlendes Vertrauen in Finanzberatung als Grund für Aktienabstinenz

Thomas Mayer, Leiter des Flossbach von Storch Research Institutes, weist in seiner FAZ-Kolumne darauf hin, dass gerade aufgrund der Niedrigzinsen natürlich immer mehr Berater zu Aktien raten. Problem dabei: Sie finden nach wie vor kaum Gehör bei den Anlegern. Diesem Phänomen ist Mayers Institut auf den Grund gegangen und hat 1.700 Finanzberater dazu befragt, warum deutsche Anleger ihrer Ansicht nach einen Riesenbogen um die Börse machen. Ergebnis: 94 Prozent meinen, dass Anlegern wohl immer noch das grundsätzliche Vertrauen in die Finanzberatung fehlt. Wenn man nicht abschätzen könne, ob die Finanzberatung einem selbst oder eher dem Berater nutzt, halte man sich eben lieber gleich ganz von der Aktienanlage fern. Die schleichende Enteignung durch Niedrigzins und Inflation erscheine dann noch erträglicher als falscher Rat durch einen eigennützigen Finanzberater. Gefragt wurde auch: “Was können Finanzberater tun, um Verbraucher von der Sinnhaftigkeit von Aktien überzeugen?” 96 Prozent der Befragten gaben an, dass fachliche Mindeststandards zentral seien, ebenso wie eine ethische Verpflichtung zur Beratung im Interesse der Kunden. Nur ein Prozent glaubt, dass staatliche Regulierung das Vertrauen der Anleger in die Finanzberatung erhöhen würde.

Wahrscheinlichkeit eines Crashs extrem gering

Eine durchaus ermutigende Erkenntnis in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines Crahs an den Aktienmärkten kommt von dem bekannten Charttechniker Wieland Staud, Geschäftsführer von Staud Research in Bad Homburg. Der rät Anlegern in der FAZ zu nüchterner Reflektion, gerade weil aktuell die Prognosen für das Aktienjahr 2020 kaum unterschiedlicher sein könnten, wenn die einen mit Nachdruck unbedingt zur Aktienanlage raten, während die anderen den größten Börsenzusammenbruch aller Zeiten kommen sehen. Für Staud sind Verluste von 20 oder 30 Prozent noch lange kein Crash – sonst hätte es 2018 schon einen gegeben. Für ihn “crasht” ein Aktienmarkt erst dann, wenn er völlig ohne Vorankündigung wenigstens ein Viertel seines Wertes verliert und Anleger gleichzeitig objektiv keine Chance haben, etwa mit einer Stop-Loss-Order halbwegs unbeschadet aus ihren Positionen herauszukommen. Aber die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis ist nach Stauds Berechnungen minimal. Bei rund 18.000 Börsentagen in den vergangenen sieben Jahrzehnten sei das nur ein einziges Mal vorgekommen – das war im Oktober 1987. Die Wahrscheinlichkeit für einen Börsencrash betrage demnach weniger als 0,01 Prozent. Das müsse man sich als Anleger immer vor Augen halten, wenn wieder einmal die Angst vor diesem einen Tag geschürt werde, der alles auslöscht.